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„Konfrontation ist nicht so schlecht wie ihr Ruf; sie dient der Verdeutlichung von Standpunkten, wenn Regeln zu ihrer Austragung bestehen.“ (Richard von Weizsäcker)

Demenzielle Erkrankungen

„Die Person sickert Tropfen für Tropfen aus der Person“.

So beschreibt Arno Geiger im Buch „Der König in seinem Exil“ die Demenz.

Im letzten Jahrzehnt begannen verstärkt Bemühungen, demenzielle Erkrankungen auf nationalen Agenden zu priorisieren.

Dabei stehen Themenfelder wie

  • Enttabuisierung
  • Sensibilisierung
  • Aufklärung
  • Modelle der Lebensqualität für Menschen mit Demenz
  • Konzepte der Versorgung in allen Settings
  • partizipative Forschungsansätze sowie
  • das Sicherstellen von qualifizierter Pflege und Betreuung

im Fokus.

Die Mitgliedsorganisationen beschäftigen sich seit vielen Jahren mit diesen Themen und sind zu Expert*innen im täglichen Tun geworden, sowohl was die Arbeit mit den Betroffenen selbst als auch ihre An- und Zugehörigen, wie auch die Zusammenarbeit im Betreuungsteam. Damit gehören sie zu den Vorreiter*innen in der professionellen Betreuung von Menschen mit demenziellen Erkrankungen.

Ein wichtiger Faktor dabei ist, dass die unterschiedlichen Konzepte der Organisationen Individualität in der Versorgung von Menschen mit demenziellen Erkrankungen zulassen.

Vom Einsatz persönlicher, fachlich-methodischer Kompetenzen bis hin zum Einsatz von technischen Hilfsmitteln kommen verschiedenste Aspekte in der Betreuung zum Tragen, wobei gerade bei demenziellen Erkrankungen die Stabilität und Kontinuität relevant ist und Sicherheit gibt.

Daher stand und steht im Rahmen des Dachverbands vor allem der Theorie-/Praxistransfer mit dem Ziel der Wissenserweiterung auf unterschiedlichen Ebenen im Zentrum.

Die Ergebnisse neuer wissenschaftlicher Forschung zu kennen und in die tägliche Pflegepraxis zu integrieren bedeutet auch, die Qualität in der Pflege und Betreuung sicherzustellen.

Es soll auch eine fundierte Basis geschaffen werden, die den MitarbeiterInnen zusätzliche Unterstützung im professionellen Handeln bietet.

Die Handlungsleitlinie Demenzielle Erkrankungen umfasst alle diese Aspekte. Sie schafft Bewusstsein für die Erkrankung, zeigt auf welche Formen und Stadien es gibt und gibt den Mitarbeiter*innen im Umgang mit Menschen mit dementiellen Erkrankungen und ihren An- und Zugehörigen Orientierung.

Handlungsleitlinien befähigen die Mitarbeiter*innen so, dass sie entsprechend ihrer Kompetenzen, einen guten Job machen können. Informieren, beraten und unterstützen. Von der Heimhilfe bis zur diplomierten Pflegeperson – rein ins multiprofessionelle Team.

Ziele der Handlungsleitlinie:

  • Förderung und Erhalt der Selbstständigkeit, vorhandener Fähigkeiten und Kompetenzen der betroffenen Personen
  • Förderung und Erhalt des individuellen Wohlbefindens
  • Berücksichtigung, Förderung und Erhalt der Selbstbestimmung
  • Reduzierung der Selbst- und Fremdgefährdung
  • Unterstützung im Umgang mit Verhaltensauffälligkeiten
  • Miteinbeziehung und Unterstützung der An- und Zugehörigen

Bei demenziellen Erkrankungen sollte eine ganzheitliche, multiprofessionelle Strategie Anwendung finden.

Also von daheim bis ins sogenannte Heim, den stationäre Langzeit-Pflege-Einrichtungen.

Manchmal werden wir die Tropfen nicht aufhalten können. Aber wir können sie auffangen.